Business doodles about internet of things on chalkboard.
„Was macht mein Sessel,
wenn ich nicht im Zimmer bin?“
fragte vor mehr als 40 Jahren
der Philosoph Ernst Bloch.
Heute wissen wir es: er wählt sich ins Internet!

 

 


Die Digitalisierung bringt – wieder einmal – eine grundlegende Wende: Die Dinge beginnen, zu kommunizieren, sogar ohne uns zu fragen! Es ist eine Entwicklung, die längst im Gange ist – erwartet wird für 2020, dass 20 – 50 Mrd Devices „online“ gehen(laut europäischem Forschungscluster CERP-IoT). Dann wird es 30 mal mehr Machine-to Machine Sessions geben als Person to Person Kontakte: der Kühlschrank wird selbständig bestellen, das Haus autonom heizen, bevor Bewohner nach Hause kommen, das Auto selbsttätig seine Daten dem Service Center übermitteln. Sogar Wälder werden selbständig ihren Zustand posten und autonom Maßnahmen einleiten, wenn sie vom Borkenkäfer geplagt werden.

Angesprochene Technologien

Meist steht die Sensortechnik und die Kommunikationstechnik (z.B. NFC) im Vordergrund. Es geht aber um viel mehr – auch um eine Veränderung des Internets. Die nachstehende Auswahl (sie folgt der Strategic Research Roadmap der europäischen Union) zeigt aktuelle Forschungsschwerpunkte

  • Identifkationstechnologien: es braucht eine “unique identity (UID) etwa IPv6. Dafür müssen neue Technologien entwickelt bzw. bestehende angepasst werden.
  • Architektur der IoT: semantische Interoperabilität ist gefordert. Dazu braucht es „semantic web based frameworks and semantic mediators” .Services erhalten Schlüsselfunktion: sie bieten Funktionalität unabhängig von heterogener Hardware oder Software.
  • Kommunikationstechnologien und –protokolle (CoAP)
  • Software und Algorithmen (Selbstorganisationstechniken, Self adaptive Software etc.)
  • Security Technologien
  • Standardisierungen, um die Vielfalt der Devices bewältigen zu können.

Die Angst vor den DingenMarionette

Mindestens zwei Aspekte erzeugen Angst: zum einen verfügen die Dinge künftig über mehr Informationen als wir, sie „wissen mehr“. Autos werden mit dem voranfahrenden Fahrzeug kommunizieren und dadurch „um die Ecke“ sehen,  Dank Big Data werden Maschinen unser Verhalten präzise vorhersagen können.
Zum anderen beginnen sie autonom zu entscheiden. Damit entwickeln sie ein Eigenleben, sie erhalten Entscheidungsbefugnisse und damit „Macht“. Doch wo endet diese Macht, darf eine Maschine uns, auch wenn es zu unserem Besten scheint, bevormunden?

Software Test: Intensivieren oder Neu Denken?

Wir glauben: beides. Klassische Testverfahren, die Funktionalität, Zuverlässigkeit und Performance sicherstellen, sind ebenso zu intensivieren wie Sicherheitstests. Im Komponententest wird es verstärkt den Blick fürs Detail benötigen. Angesichts der Vielfalt an Komponenten, Layern und Schnittstellen werden Integrationstests massiv an Bedeutung gewinnen.

Kontrollierbarkeit, Verantwortung und Autonomie eröffnen aber völlig neue Bereiche, werfen neue Fragen auf. Diese gesellschaftlichen und ethischen Fragen können nicht nur  losgelöst von konkreten Anwendungen diskutiert werden, sie brauchen die gemeinsamen Überlegungen von Technikerinnen und Technikern, von Fachexpertinnen und Experten, von Sozialwissenschaftlerinnen und Sozialwissenschaftlern. Software Test kann dafür eine Plattform bilden: auf der Basis technisch-fachlicher Expertise (dem Kerngeschäft des Tests), aber mit Blick auf die vielfältigen Dimensionen.